Leitartikel: In drei Jahren zum Arzt

Hanno Müller über den neuen Weg zum Medizinstudium.

Hinter dem neuen Online-Medizinstudium stehen klangvolle Fürsprecher. Wenn sich ein Krankenhauskonzern wie Helios dafür hergibt und die praktische Ausbildung übernimmt, sollte man von einem serösen Ansatz ausgehen können. Die Initiative zum Konzept der Europäischen Digitalen Universität soll zudem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgegangen sein, die im neuen Ausbildungsansatz eine Chance sieht, e ektiver gegen den weltweiten Ärztemangel vorzugehen.

Studiengang Bachelor of Medicine

BEWERBEN SIE SICH JETZT UND BEGINNEN SIE IM MÄRZ 2019 – ES SIND NUR NOCH WENIGE PLÄTZE VERFÜGBAR!

  Aufnahme auf Grundlage der Fähigkeiten, nicht der Noten (kein NC).

  Lernen Sie von erstklassigen Medizinern und Ärzten online.

  Sammeln Sie von Anfang an Erfahrungen in deutschen Lehrkrankenhäusern.

  Lernen Sie in kleinen Gruppen mit täglicher Unterstützung von Tutoren und Mentoren. 

Und doch sind die Zweifel nachvollziehbar. Wenn die Präsidentin der Landesärztekammer Ellen Lundershausen fragt, was für eine Art von Arzt man nach einem dreijährigen Bachelorstudium erwarten kann, ist dies verständlich. Zwar betonen die Kooperationspartner, dass ihre Studenten vom Beginn an Erfahrungen im klinischen Alltag sammeln sollen, statt medizinische Fakten auswendig herzusagen. Es kommt aber nicht von ungefähr, dass Ärzte bisher umfangreiche Kenntnisse und Fertigkeiten in einem ersten, zweiten und dritten Staatsexamen ablegen müssen. Es hat etwas mit der Komplexität und Verantwortung ihrer künftigen Tätigkeit zu tun.  Das ein Konzern wie Helios sich am Ende womöglich nur ein eigenes, hausgebundenes Personalklientel scha en will, mag man erstmal nicht unterstellen.

Fragen werfen auch die Zugangsmodalitäten auf. Kein Numerus clausus, dafür hohe Studiengebühren – nach einer echten Alternative zum traditionellen Uni-Studium klingt das nicht. Eher nach einer Option für alle, die zwar nicht die Noten, dafür aber das Geld haben für eine Arztkarriere. Wohin das führt, bleibt abzuwarten.